{"id":1020,"date":"2026-07-28T19:24:04","date_gmt":"2026-07-28T17:24:04","guid":{"rendered":"https:\/\/kampagne.welttag-suizidpraevention.de\/?page_id=1020"},"modified":"2026-08-07T18:33:22","modified_gmt":"2026-08-07T16:33:22","slug":"interview-mit-prof-dr-reinhard-lindner","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kampagne.welttag-suizidpraevention.de\/index.php\/interview-mit-prof-dr-reinhard-lindner\/","title":{"rendered":"Interview mit Prof. Dr. Reinhard Lindner"},"content":{"rendered":"\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Interview mit Prof. Dr. Reinhard Lindner<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Psychiater und Psychotherapeut Prof. Dr. Reinhard Lindner erkl\u00e4rt, warum es wichtig ist, offen \u00fcber Suizid zu sprechen, welche Mythen rund um Suizidalit\u00e4t bestehen und welche Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten es f\u00fcr Betroffene und Angeh\u00f6rige gibt.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile is-image-fill-element\" style=\"border-style:none;border-width:0px;grid-template-columns:35% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/kampagne.welttag-suizidpraevention.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/D4C13048-67CD-4625-A50D-63A2BA6E2EA7-1024x683.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1188 size-large\" style=\"object-position:50% 50%\" srcset=\"https:\/\/kampagne.welttag-suizidpraevention.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/D4C13048-67CD-4625-A50D-63A2BA6E2EA7-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/kampagne.welttag-suizidpraevention.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/D4C13048-67CD-4625-A50D-63A2BA6E2EA7-300x200.jpeg 300w, https:\/\/kampagne.welttag-suizidpraevention.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/D4C13048-67CD-4625-A50D-63A2BA6E2EA7-768x512.jpeg 768w, https:\/\/kampagne.welttag-suizidpraevention.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/D4C13048-67CD-4625-A50D-63A2BA6E2EA7-1536x1024.jpeg 1536w, https:\/\/kampagne.welttag-suizidpraevention.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/D4C13048-67CD-4625-A50D-63A2BA6E2EA7-2048x1365.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zur Person<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Prof. Dr. med. Reinhard Lindner ist Psychiater, Neurologe und Psychosomatiker. Er behandelt seit vielen Jahren suizidale Menschen in psychoanalytischer Psychotherapie. Neben seiner T\u00e4tigkeit in einer psychotherapeutischen Praxis in Hamburg ist er Professor f\u00fcr Soziale Therapie am Institut f\u00fcr Sozialwesen der Universit\u00e4t Kassel, wo er Sozialarbeiter und Psychologen ausbildet. Gemeinsam mit Barbara Schneider leitet er das Nationale Suizidpr\u00e4ventionsprogramm NaSPro und koordiniert dort bundesweite Aktivit\u00e4ten zur Suizidpr\u00e4vention.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Reden rettet Leben<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Experte erkl\u00e4rt, warum \u00fcber Suizid gesprochen werden muss, welche Mythen gef\u00e4hrlich sind und welche Unterst\u00fctzung wirklich hilft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Suizid geh\u00f6rt zu den h\u00e4ufigsten Todesursachen \u2013 und dennoch bleibt das Thema oft im Verborgenen. Viele Betroffene behalten ihre Gedanken aus Scham oder Angst f\u00fcr sich, w\u00e4hrend Angeh\u00f6rige unsicher sind, wie sie reagieren oder unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. Zum Welttag der Suizidpr\u00e4vention erl\u00e4utert der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Lindner, welche gesellschaftlichen Mythen sich hartn\u00e4ckig halten, woran sich Suizidalit\u00e4t erkennen l\u00e4sst und welche konkreten Schritte im Alltag helfen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Warum ist es heute wichtiger denn je, offen \u00fcber Suizid und Suizidpr\u00e4vention<\/strong> <strong>zu sprechen?<\/strong><br><br>\u201eSuizid ist immer noch tabuisiert. Tabu hei\u00dft: Menschen, die daran denken, sich das Leben zu nehmen, haben Sorge, dar\u00fcber zu sprechen \u2013 und auch Angeh\u00f6rige oder Freunde haben \u00c4ngste, das Thema anzusprechen. Gerade jetzt ist Offenheit wichtig, weil es eine Tendenz gibt, Suizid als Option der Freiheit zu sehen. Dabei wird vergessen: Den meisten suizidalen Menschen geht es nicht um Freiheit, sondern es geht ihnen schlecht. Sie stecken in Problemen und wissen nicht, wie es weitergehen soll.\u201c<br><br><strong>Hat sich der gesellschaftliche Umgang mit dem Thema in den letzten Jahren<\/strong> <strong>ver\u00e4ndert?<\/strong><br><br>\u201eEs gibt Dinge, die haben sich \u00fcberhaupt nicht ver\u00e4ndert, das m\u00fcssen wir seit vielen Jahren immer wieder in die Gesellschaft hineintragen. Aber es gibt auch Ver\u00e4nderungen: eine zunehmende Akzeptanz und eine Vorstellung von Freiheit, von Entscheidungsfreiheit. Nach dem Motto: Wenn man suizidal ist, sollte es doch gut sein, aus dem Leben scheiden zu k\u00f6nnen. Das zeigt sich auch in Begriffen wie \u201asterbewillig\u2018. Das l\u00e4sst v\u00f6llig au\u00dfer Acht, dass suizidale Menschen oft hin- und hergerissen sind \u2013 ambivalent. Genau darauf m\u00f6chten wir aufmerksam machen. Selbstbestimmung ist zwar grunds\u00e4tzlich ein sehr hohes Gut, doch bei suizidalen Menschen ist die M\u00f6glichkeit zu wirklich freien und verantwortlichen Entscheidungen oft stark eingeschr\u00e4nkt, weshalb Therapie, Beratung und Unterst\u00fctzung helfen k\u00f6nnen, zu einer freieren Entscheidung dar\u00fcber zu kommen, wie das Leben besser werden kann.\u201d<br><br><strong>Welche Rolle spielt der Welttag zur Suizidpr\u00e4vention?<\/strong><br><br>\u201eDer Welttag der Suizidpr\u00e4vention ist eine M\u00f6glichkeit, ein Thema, das herausgedr\u00e4ngt und tabuisiert wird, in der \u00d6ffentlichkeit sichtbar zu machen. Durch gemeinsame Aktivit\u00e4ten an einem bestimmten Tag kann viel besser auf Suizidpr\u00e4vention und Hilfsm\u00f6glichkeiten hingewiesen werden, als wenn man das \u00fcber das ganze Jahr vereinzelt macht. Au\u00dferdem st\u00e4rkt es auch die, die Suizidpr\u00e4vention betreiben: Man merkt, man macht diese Arbeit nicht allein und kann das Thema gemeinsam voranbringen.\u201c<br><br><strong>Was bedeutet der Begriff \u201eSuizid\u201c \u2013 und warum ist eine pr\u00e4zise und sensible<\/strong> <strong>Sprache in diesem Zusammenhang so wichtig?<\/strong><br><br>\u201eSuizid hei\u00dft Selbstt\u00f6tung, also der selbst herbeigef\u00fchrte Tod. Wir sprechen von Suizid, weil wir ein Wort benutzen wollen, das keine Entwertung, aber auch keine Heroisierung in sich tr\u00e4gt. Wenn man zum Beispiel \u201aSelbstmord\u2018 sagt, steckt das Wort Mord darin. M\u00f6rder sind Kriminelle. Ein Mensch, der Suizid begeht, ist aber nicht kriminell. Und wenn man \u201aFreitod\u2018 sagt, steckt pl\u00f6tzlich das Wort Freiheit darin, obwohl die Freiheit suizidaler Menschen sehr oft stark eingeschr\u00e4nkt ist. Deshalb suchen wir ein Wort, das niemanden kr\u00e4nkt oder verletzt, aber auch nicht Suizid als wunderbare L\u00f6sung propagiert. Da bietet sich \u201aSuizid\u2018 an.\u201c<br><br><strong>Welche hartn\u00e4ckigen Mythen und Fehlannahmen begegnen Ihnen in Ihrer<\/strong> <strong>Arbeit rund um das Thema Suizid \u2013 und warum sind sie gef\u00e4hrlich?<\/strong><br><br>\u201eSehr h\u00e4ufig begegne ich dem Mythos: Wer dar\u00fcber redet, macht es nicht. Das ist aus vielen Jahren Psychotherapie-Erfahrung schlicht falsch. Wir wissen auch aus gro\u00dfen empirischen Studien, dass Menschen, die suizidal sind, mit ihrer Umwelt dar\u00fcber kommunizieren, auf die eine oder andere Weise. Viele suchen Hilfe, bei \u00c4rzten oder im Freundes- und Familienkreis. Aber diese Kommunikation scheitert oft. Und leider ist es so: Menschen, die dar\u00fcber sprechen, k\u00f6nnen trotzdem Suizid begehen. Ein zweiter Mythos ist: Man kann nichts tun. Das verleugnet, dass Suizidalit\u00e4t behandelbar ist und dass Hilfe m\u00f6glich ist, therapeutisch, sozial oder ganz konkret durch bessere Lebensbedingungen.\u201c <br><br><strong>Wie erkennt man, dass jemand suizidal sein k\u00f6nnte? Gibt es klare<\/strong> <strong>Warnsignale?<\/strong><br><br>\u201eEs gibt Warnsignale, die nicht hundertprozentig sind, die man aber im Kopf haben kann. Ein wichtiges Warnsignal ist, dass jemand sich aus einer sonst nahen Beziehung zur\u00fcckzieht, also ein psychosozialer R\u00fcckzug. Man merkt: Der andere sucht Abstand, ist nicht mehr so in Kontakt und Verbindung. Ein zweites Warnsignal ist, dass Menschen dar\u00fcber sprechen. Wenn jemand sagt: Mir geht es nicht gut, ich denke dar\u00fcber nach, mich zu t\u00f6ten, gilt es, das anzunehmen und nicht kleinzureden oder wegzugucken. H\u00e4ufig spielen auch bestimmte Situationen eine Rolle, zum Beispiel Verluste: der Tod eines wichtigen Menschen, Trennung, aber auch der Verlust der eigenen Gesundheit oder Selbstst\u00e4ndigkeit.<br>Langfristige Warnsignale k\u00f6nnen lang anhaltende psychische St\u00f6rungen sein, aber auch immer wieder auftauchende Beziehungsprobleme. Etwa, wenn jemand dauernd ins Abseits ger\u00e4t oder st\u00e4ndig massiven Streit mit anderen hat. Auch \u00c4rger, Streit und Aggressivit\u00e4t k\u00f6nnen eine andere Seite haben. Viele Menschen k\u00f6nnen schlecht \u00fcber ihr Innenleben sprechen. Dann senden sie Signale aus, die missverst\u00e4ndlich sein k\u00f6nnen. Manche M\u00e4nner wirken in Verzweiflung sehr aggressiv. Im Hinterkopf zu haben, dass dahinter ein verzweifelter Mensch stecken kann, hilft, ins Gespr\u00e4ch zu kommen.\u201c<br><br><strong>Wie kann ich helfen, wenn ich vermute, dass eine Person aus meinem Umfeld<\/strong> <strong>suizidal ist? Gibt es konkrete Do\u2019s and Don\u2019ts?<\/strong><br><br>\u201eWenn man das Gef\u00fchl hat: Da ist irgendetwas ziemlich im Argen. Mein Freund, meine Partnerin, mein Kollege, dem geht es \u00fcberhaupt nicht gut, und ich habe das Gef\u00fchl, der will sich t\u00f6ten, dann ist das Zentrale, denjenigen anzusprechen. Das ist schwierig, weil man Angst hat, zu kr\u00e4nken, das Falsche zu sagen oder nicht zu wissen, was man dann tun soll. Aber direkt ansprechen, etwa: \u201aIch habe das Gef\u00fchl, dir geht es nicht gut. Was ist los?\u2018, ist der erste Schritt zur Hilfe. Der n\u00e4chste Schritt ist: deutlich machen, dass Hilfe m\u00f6glich ist. Man braucht einen bewussten Impuls zu sagen: \u2018Ich wei\u00df, dass es Unterst\u00fctzung gibt, auch wenn ich nicht sofort genau wei\u00df, welche.\u201c<br><br><strong>Sollte man das Thema direkt ansprechen, oder kann das \u201eauf falsche Ideen<\/strong> <strong>bringen\u201c?<\/strong><br><br>\u201eDa wissen wir eigentlich sehr genau: Menschen, die suizidal sind, empfinden es in der Regel als angenehm, wenn man sie direkt anspricht, freundlich und nichtverurteilend. Es ist eine gute Erfahrung, weil jemand sich zuwendet, besorgt ist und nachdenkt. Jemanden \u201adarauf bringen\u2018 w\u00fcrde ja hei\u00dfen, dass man den Suizid best\u00e4rkt. Das tut man nicht. Man \u00fcberlegt gemeinsam: Was kann der n\u00e4chste Schritt zur Hilfe sein? Aber es gibt diesen Mythos, dass man Leute erst dazu bringt, sich umzubringen, indem man dar\u00fcber spricht. Empirische Studien haben daf\u00fcr keinerlei Beweis gefunden.\u201c<br><br><strong>Wie kann man unterst\u00fctzen, ohne sich selbst zu \u00fcberfordern?<\/strong><br><br>\u201eDas Gespr\u00e4ch \u00fcber Suizidalit\u00e4t kann die Umgebung sehr belasten. Umso wichtiger ist es, sich selbst Hilfe zu holen und sich zu informieren. Es ist gut zu wissen, dass Hilfe m\u00f6glich ist und dass Therapie, Beratung und Unterst\u00fctzung Menschen tats\u00e4chlich dazu bringen k\u00f6nnen, sich nicht umzubringen. Information und Wissen helfen, schwierige Gespr\u00e4che besser zu meistern. Wichtig ist auch, sich von dem Gef\u00fchl zu befreien, sofort die absolute L\u00f6sung wissen zu m\u00fcssen. Eher die Haltung: Lass uns zusammen \u00fcberlegen, was der n\u00e4chste Schritt sein kann. Und: auf Professionelle hinweisen. Manchmal muss man mehrfach suchen, bis man die richtige Person findet. Nicht bei der ersten Entt\u00e4uschung aufgeben.<br>Es gibt zudem auch Anlaufstellen f\u00fcr Angeh\u00f6rige \u2013 sowohl f\u00fcr Angeh\u00f6rige suizidaler Menschen als auch nach einem Suizid. In Deutschland bestehen Selbsthilfeinitiativen, Vereine wie AGUS sowie Psychotherapie, spezialisierte Beratungsstellen und Online-Angebote, etwa der Arbeitskreis Leben, die Telefonseelsorge oder Online-Beratungen wie U25 und MANO. Solche Hilfen sollten st\u00e4rker bekannt gemacht werden.\u201c<br><br><strong>Wo findet man Hilfe, wenn man selbst betroffen ist oder sich in einer suizidalen<\/strong> <strong>Krise befindet?<\/strong><br><br>\u201eEs gibt sehr unterschiedliche M\u00f6glichkeiten, Hilfe zu finden. Es ist gut, zun\u00e4chst mit Menschen zu sprechen, die einen \u00dcberblick \u00fcber Hilfsangebote haben. Das k\u00f6nnen Haus\u00e4rzte sein, die vor Ort oft die psychosozialen Angebote kennen. F\u00fcr viele ist das leichter, weil man sich schon besser kennt. Nat\u00fcrlich kann man sich auch direkt an psychiatrische Institutionen wenden, etwa niedergelassene Psychiater oder die Ambulanzen psychiatrischer Kliniken. Wichtig ist auch: \u00fcberlegen, wo man schon einmal Hilfe bekommen hat und mit wem man gut sprechen kann. Au\u00dferdem gibt es viele Behandlungs- und Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten: Beratung, soziale Arbeit, Psychotherapie oder psychiatrische Behandlung. Oder auch medizinische Behandlung, wenn es darum geht, schwere k\u00f6rperliche Erkrankungen so zu behandeln, dass man damit besser leben kann.\u201c<br><br><strong>Der Schritt zum Hausarzt oder in ein pers\u00f6nliches Gespr\u00e4ch erfordert oft<\/strong> <strong>gro\u00dfen Mut. Gibt es niedrigschwellige Angebote, die Betroffene zun\u00e4chst<\/strong> <strong>nutzen k\u00f6nnen \u2013 etwa anonyme oder unkomplizierte Anlaufstellen \u2013, um<\/strong> <strong>\u00fcberhaupt erst den ersten Zugang zu Hilfe zu finden?<\/strong><br><br>\u201eJa, ich glaube, der allererste Schritt ist \u00fcberhaupt, mit jemand Nahem dar\u00fcber zu sprechen. Dass dann zum Beispiel die Freundin sagt: Sag mal, hol dir doch Hilfe, lass uns mal zusammen gucken, was es gibt. Der erste Schritt ist, aus seinem Herzen keine M\u00f6rdergrube zu machen, wenn ich das poetisch sagen darf. Das hei\u00dft also, nicht alles bei sich zu behalten, sondern sich zu zeigen. Und zwar jemandem, bei dem es schon einmal gelungen ist, sich verstanden zu f\u00fchlen.\u201c<br><br><strong>Was w\u00fcnschen Sie sich von Politik, Medien und Gesellschaft, um<\/strong> <strong>Suizidpr\u00e4vention langfristig wirksamer zu gestalten?<\/strong><br><br>\u201eWas in Deutschland weiter massiv gef\u00f6rdert werden muss, ist der niedrigschwellige Zugang zu Hilfen bei Suizidalit\u00e4t, damit es Menschen leichtf\u00e4llt, sich Hilfe zu holen. Das hat mit \u00d6ffentlichkeitsarbeit zu tun, mit der Gesellschaft, aber auch damit, dass es professionelle Hilfen gibt, denn manche Probleme lassen sich nicht durch Freundschaft oder Familie l\u00f6sen. Niedrigschwellige Hilfen m\u00fcssen m\u00f6glichst kostenfrei, leicht erreichbar und fl\u00e4chendeckend sein. Gerade in l\u00e4ndlichen Gegenden gibt es noch viel zu wenig Angebote. Online-Hilfen k\u00f6nnen sehr wirksam sein. Es sollte nicht daran scheitern, dass man in einer Region lebt, in der wenige Menschen wohnen.Ein zentraler Wunsch w\u00e4re au\u00dferdem eine gut bekannte Notrufnummer f\u00fcr suizidale Menschen, die Menschen schnell an jemanden vermittelt, der den n\u00e4chsten Schritt zur Hilfe mit ihnen kl\u00e4rt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-794e3cfa wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">30.12.2025<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">Autorin: Emma Ferrari<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier steht das Interview zum Download zur Verf\u00fcgung:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-35f06ea7 wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/kampagne.welttag-suizidpraevention.de\/index.php\/downloadcenter#zeitung\">Zum Downloadbereich<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Prof. Dr. Reinhard Lindner Der Psychiater und Psychotherapeut Prof. Dr. Reinhard Lindner erkl\u00e4rt, warum es wichtig ist, offen \u00fcber Suizid zu sprechen, welche Mythen rund um Suizidalit\u00e4t bestehen und welche Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten es f\u00fcr Betroffene und Angeh\u00f6rige gibt. 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